Entwirrung der antiken Ursprünge von Bejel in Südamerika

Entwirrung der antiken Ursprünge von Bejel in Südamerika

Neue Forschungen haben einen Einblick in die antiken Ursprünge von Bejel, einer mit Syphilis verwandten Treponem-Krankheit, gegeben. Wissenschaftler haben DNS von der Bakterienart Treponema pallidum endemicum in 2.000 Jahre alten menschlichen Skeletten gefunden, die in Brasilien entdeckt wurden. Diese Ergebnisse belegen, dass Bejel lange vor dem europäischen Kontakt im 15. Jahrhundert in Südamerika vorhanden war. Die in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie verschiebt zudem das geschätzte Ursprungsdatum des Bakteriums um über 1.000 Jahre nach hinten.

Die Skelette wurden auf der archäologischen Stätte Jabuticabeira II ausgegraben, die sich in der Nähe von Laguna do Camacho an der Südküste Brasiliens befindet. Die Analyse der Skelette hatte zuvor Knochenläsionen offenbart, die auf das Vorhandensein einer Treponem-Krankheit hindeuteten. Die DNS-Untersuchung von Knochenproben von 99 der Skelette bestätigte das Vorhandensein von Treponem-DNS in 37 Proben. Weitere Analysen ermöglichten es den Forschern, das Genom des antiken Bakteriums zu rekonstruieren.

Das Genom des antiken Bakteriums ähnelt stark dem des modernen Bejel, auch bekannt als endemische Syphilis. Bejel wird durch Kontakt mit Haut- oder Mundläsionen übertragen und ist typischerweise in heißen, ariden Regionen des östlichen Mittelmeers und Westasiens zu finden. Das Vorhandensein von Bejel in einer feuchten Küstenregion wie Brasilien ist unerwartet.

Die Forschung legt nahe, dass die indigenen Völker Brasiliens mit Bejel ohne wirksame Behandlung lebten. Das Fehlen historischer Texte, die die Symptome vor 2.000 Jahren beschreiben, erschwert die genaue Bestimmung der Auswirkungen der Krankheit auf die Bevölkerung. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass das Bakterium ähnliche Hautläsionen verursachte wie bei modernen Bejel-Fällen.

Interessanterweise wurden die Personen, bei denen Treponem-DNS nachgewiesen wurde, gemeinsam mit anderen begraben, was darauf hindeutet, dass sie aufgrund ihrer Krankheit nicht ausgestoßen wurden. Diese Erkenntnis stellt gängige Annahmen darüber in Frage, wie Gesellschaften in der Vergangenheit Menschen mit Krankheiten betrachteten und behandelten.

Obwohl die Studie neue Einblicke in die antiken Ursprünge von Bejel in Südamerika liefert, gibt sie keine Hinweise auf die Ursprünge der venerischen Syphilis. Weitere Forschungen und Analysen von antiker DNS anderer Unterarten von Treponema pallidum sind notwendig, um die älteste Unterart aufzudecken. Die Entdeckung dieses antiken treponemalen Genoms eröffnet die Möglichkeit eines besseren Verständnisses der Evolution und Verbreitung dieses Erregers in der Antike.

FAQs zu den antiken Ursprüngen von Bejel

F: Was ist Bejel?
A: Bejel ist eine mit Syphilis verwandte Treponem-Krankheit. Sie wird auch als endemische Syphilis bezeichnet.

F: Was hat die neue Forschung über Bejel enthüllt?
A: Neue Forschungen haben DNS von dem Bakterium Treponema pallidum endemicum, dem Erreger von Bejel, in 2.000 Jahre alten menschlichen Skeletten gefunden, die in Brasilien entdeckt wurden.

F: Was ist die Bedeutung dieser Entdeckung?
A: Die Ergebnisse belegen, dass Bejel vor dem europäischen Kontakt im 15. Jahrhundert in Südamerika vorhanden war und das geschätzte Ursprungsdatum des Bakteriums um über 1.000 Jahre nach hinten verschiebt.

F: Wo wurden die Skelette ausgegraben?
A: Die Skelette wurden auf der archäologischen Stätte Jabuticabeira II ausgegraben, die sich in der Nähe von Laguna do Camacho an der Südküste Brasiliens befindet.

F: Was deutete zuvor auf das Vorhandensein einer Treponem-Krankheit in den Skeletten hin?
A: Die Analyse der Skelette hatte Knochenläsionen offenbart, die auf das Vorhandensein einer Treponem-Krankheit hindeuteten.

F: Wie viele der Knochenproben bestätigten das Vorhandensein von Treponem-DNS?
A: Die DNS-Untersuchung von Knochenproben von 99 der Skelette bestätigte das Vorhandensein von Treponem-DNS in 37 Proben.

F: Woraus wurde das Genom des Bakteriums rekonstruiert?
A: Weitere Analysen ermöglichten es den Forschern, das Genom des antiken Bakteriums aus den Knochenproben zu rekonstruieren.

F: Wie vergleicht sich das Genom des antiken Bakteriums mit dem modernen Bejel?
A: Das Genom des antiken Bakteriums ähnelt stark dem des modernen Bejel oder der endemischen Syphilis.

F: Wo wird Bejel typischerweise gefunden?
A: Bejel findet man typischerweise in heißen, ariden Regionen des östlichen Mittelmeers und Westasiens.

F: Warum ist das Vorhandensein von Bejel in Brasilien unerwartet?
A: Das Vorhandensein von Bejel in einer feuchten Küstenregion wie Brasilien ist unerwartet, da es häufiger in ariden Regionen vorkommt.

F: Wie lebten indigene Völker in Brasilien mit Bejel?
A: Die Forschung legt nahe, dass indigene Völker in Brasilien mit Bejel lebten, ohne eine wirksame Behandlung zu haben.

F: Wie wurden Personen mit Treponem-DNS bestattet?
A: Personen, bei denen Treponem-DNS nachgewiesen wurde, wurden gemeinsam mit anderen bestattet, was darauf hinweist, dass sie aufgrund ihrer Krankheit nicht ausgestoßen wurden.

F: Welche Einschränkungen hat die Studie?
A: Die Studie gibt keine Hinweise auf die Ursprünge der venerischen Syphilis. Weitere Forschungen und Analysen von antiker DNS anderer Unterarten von Treponema pallidum sind erforderlich.

F: Was kann aus der Entdeckung dieses antiken treponemalen Genoms gelernt werden?
A: Die Entdeckung dieses antiken treponemalen Genoms eröffnet die Möglichkeit eines besseren Verständnisses der Evolution und Verbreitung dieses Erregers in der Antike.

Verwandte Links:
– Nature Journal

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